Wahlprüfsteine E-Sport, Games & XR
Vor der Landtagswahl am 6. September 2026 haben der E-Sport Hub Sachsen-Anhalt (eSport Land Sachsen-Anhalt e.V.) und der Games & XR Mitteldeutschland e.V. gemeinsam zehn Fragen an die Parteien gerichtet – zu Standort und Wirtschaft, E-Sport-Strukturen und Veranstaltungen, Bildung und Fachkräften, Jugend und Teilhabe sowie Kultur und Gesellschaft. Alle Parteien mit realistischer Aussicht auf einen Einzug in den Landtag erhielten dieselben Fragen. Wir veröffentlichen die Antworten unverändert und ohne Wertung. Die vollständigen Originalantworten stehen jeweils als Download bereit.
Hier steht der Fragenkatalog zur Einsicht zum Download bereit.CDU
Die CDU begreift Games und E-Sport als Wirtschaftsfaktor und unterstützt eine ressortübergreifende Landesstrategie, eine feste politische Zuständigkeit und einen regelmäßigen Branchendialog. Bei den E-Sport-Strukturen betont sie die Eigenverantwortung der Akteure, sagt aber Beratung, Vernetzung und verlässliche Rahmenbedingungen zu und verweist ausdrücklich auf die Arbeit des E-Sport Hub. In Bildung und Kultur will sie Medienkompetenz ausbauen und digitale Formate im Rahmen des Kulturfördergesetzes berücksichtigen.
Hier stehen die Antworten der Partei im Original zum Download zur Verfügung.
Die Linke
Die Linke unterstützt Landesstrategie und benannte Zuständigkeit und bettet ihre Antworten in eigene Vorhaben ein (Investitionsbank-Reform, Ehrenamtsgesetz, Medienkompetenzoffensive). Beim E-Sport spricht sie sich für gleichberechtigten Förderzugang und den Aufbau eines eigenständigen E-Sport-Landesverbands aus, mit Zusammenarbeit mit dem Landessportbund, aber ohne organisatorische Eingliederung. Wo noch nichts ausgearbeitet ist, benennt sie das offen und signalisiert Gesprächsbereitschaft.
Hier stehen die Antworten der Partei im Original zum Download zur Verfügung.
Bündnis 90/Die Grünen
Die Grünen unterstützen die im Katalog genannten Instrumente durchgehend: Landesstrategie, benannte Zuständigkeit, Branchendialog sowie bürokratiearme Förderung sowie für Innovationstransfer Reallabore und eine Öffnung des Vergabegesetzes. Gemeinnützige E-Sport-Strukturen ordnen sie der digitalen Jugend-, Kultur- und Vereinsarbeit zu und befürworten fairen Förderzugang. In Bildung, Jugend und Kultur betonen sie Verstetigung bestehender Kooperationen, Inklusion und eine differenzierte Betrachtung von Chancen und Risiken.
Hier stehen die Antworten der Partei im Original zum Download zur Verfügung.
FDP
Die FDP sieht den entscheidenden Hebel in der bereits erreichten Gemeinnützigkeit des E-Sports und will die Games-Branche vor allem über eine geöffnete Medienförderung und Bürokratieabbau stärken. Eine Landesstrategie hält sie für möglich, priorisiert aber organisches Wachstum vor politischer Vorgabe. Veranstaltungen, Kooperationen und Dialogformate sieht sie vorrangig als Aufgabe von Eigeninitiative und Zivilgesellschaft.
Hier stehen die Antworten der Partei im Original zum Download zur Verfügung.
SPD
Die SPD will Sachsen-Anhalt als Standort für digitale Wirtschaft und kreative Branchen stärken, sieht eine eigene Games-/XR-/E-Sport-Strategie im Wahlprogramm aber nicht ausdrücklich vor, hält sie samt Branchendialog jedoch für sinnvoll zu entwickeln. Beim E-Sport bezieht sie mit der geplanten Gleichstellung mit dem traditionellen Sport, einer Förder-Leitlinie und verdoppelten Vereinspauschalen die konkreteste Position. In Bildung und gesellschaftlicher Debatte koppelt sie E-Sport durchgängig an Medienkompetenz und Prävention gegen Spielsucht.
Hier stehen die Antworten der Partei im Original zum Download zur Verfügung.
AfD (Nachtrag 24.08.2026)
Die AfD anerkennt Games und E-Sport als Wirtschaftsfaktor, knüpft Unterstützung aber an technologieoffene statt branchenspezifische Förderung und nachweisbaren wirtschaftlichen Nutzen. Eine Gleichstellung mit dem organisierten Sport und eigene Förderprogramme für die Games-Branche lehnt sie ab und ordnet den E-Sport dem „Realsport“ unter, etwa als Nachwuchsgewinnung für Motorsport- und Schützenvereine. Auch als Kultur gilt ihr das Videospiel nicht eigenständig, sondern allenfalls als Vermittlungsform für anderes Kulturerbe.
Hier stehen die Antworten der Partei im Original zum Download zur Verfügung.
Weitere Parteien
Von der weiteren angefragten Parteie BSW lag bis Redaktionsschluss keine Antworten vor. Sollten noch Antworten folgen, werden diese nachgereicht.
